Forschung: Demenz-Hoffnung CBP

Menschen mit Demenz vergessen. Erst kleine Dinge, dann große. Am Ende nehmen sie ihre Umgebung nicht mehr wahr. Sie erkennen nicht mehr. Jedenfalls nicht so, wie es die Außenstehenden erwarten würden. Dieses Vergessen bedeutet über kurz der lang den sicheren Abschied von der Welt. Hoffnung gab es bislang wenig, wenn überhaupt. Demenz gilt aktuell als nicht heilbar. Doch das könnte sich ändern, denn Forschern ist jetzt an mehreren Standorten ein Ansatz gelungen, mit dem sich Demenz mittel- oder langfristig sogar heilen lassen könnte.Es gilt inzwischen als gesichert, dass das Voranschreiten von Demenz und Alzheimer ganz stark einhergeht mit Eiweißablagerungen im Gehirn, den sogenannten Plaques. Bei Experimenten mit Mäusen fanden zuletzt US-Forscher heraus, dass diese „Beta-Amyloid-Proteine“ sich im Gehirn ablagern und solche Plaques entstehen lassen. Diese führen zu einer Beschädigung der Nervenzellen des Gehirns und als Folge daraus zu den Demenz-Symptomen. Als Ursache fanden die Forscher heraus, dass ein sogenanntes CREB-Eiweiß des Körpers nicht mehr funktioniert, da es nicht mehr aktiviert wird. Dafür ist normalerweise ein anderes Protein zuständig, das CBP. Auf dieser Grundlage experimentierten die Forscher mit Alzheimer-Mäusen. Das Ergebnis war verblüffend.

Durch Aktivierung des CREB-Proteins mit künstlich zugefügtem CBP konnten die an Demenz leidenden Mäuse ein Labyrinth wieder durchqueren und sich den Weg merken. Die Aktivierung stoppte den Auswurf von Plaques im Gehirn und führte sogar zu einer deutlichen Verbesserung der Hirnaktivitäten und des Gedächtnisses. In einer Placebo-Kontrollgruppe konnten die Forscher bei den Mäusen keine Verbesserung feststellen.

Es ist bislang völlig unklar, ob sich das Forschungsergebnis komplett auf den Menschen überragen lässt. Die Forscher haben allerdings begründete Hoffnung. Wenn es möglich ist, auf diesem Wege Demente zu behandeln, könnte eine der größten medizinischen Herausforderungen der nächsten Jahre tatsächlich angepackt werden. Es besteht also Hoffnung für die Zukunft. Wohl aber wird ein Einsatz entsprechender Medikamente selbst bei einem weiteren positiven und schnellen Forschungsverlauf noch Jahre auf sich warten lassen. Die Hoffnung ist also für Demenz-Betroffene weiter diffus und nicht greifbar, für die Zukunft könnte mit dem Ansatz des CBP-Proteins allerdings Demenz wirkungsvoll bekämpft werden.

This entry was posted on Sonntag, Dezember 19th, 2010 at 13:00 and is filed under Demenz medizinisch. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

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