Demenz – Anzeichen früh erkennen

Wenn ein Mensch dement wird, zeigt sich das meist sehr langsam an einer immer stärkeren Vergesslichkeit. Erst ist es das Kurzzeitgedächtnis, was immer schlechter wird, später verliert der Kranke immer mehr Erinnerungen und seine sogenannten kognitiven Fähigkeiten. Die Aufnahmefähigkeit sinkt, das Verrichten von Tätigkeiten oder das Ausüben des Berufes wird immer schwerer. Anfangs unbemerkt verändert sich jedoch meistens auch die Persönlichkeit.Typisch bei sehr vielen Dementen ist eine steigende Gereiztheit, die zu regelrechtem bösen Vorwürfen und Beleidigungen führen kann. Gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit auf Angstattacken und Halluzinationen, die als real angesehen werden. Damit einher geht eine frühzeitige Vernachlässigung von Hobbys, Aufgaben und sogar der Pflege des eigenen Körpers. Das führt auch zu Essstörungen und einem sich verändernden Schlafrhythmus. Am Ende setzen Apathie und Bettlägerigkeit ein.

Diese Konstellation macht es für angehörige besonders schwer. Mit anzusehen, ansehen zu müssen, wie ein geliebter Mensch immer stärker abbaut, ist eine Sache. Eine andere ist es hilflos daneben zu stehen, wenn man selbst Ziel eines unerklärlichen Wutausbruches wird oder der Demente sich mehr und mehr vernachlässigt. Besonders schwierig ist der Umgang mit Wahnvorstellungen und Angstattacken. Gespräche mit nicht anwesenden Personen, das Sehen von Wesen oder komische Gegenstände – das macht nicht nur den Dementen zu schaffen, sondern auch den Angehörigen.

Besonders schwer ist es, die Krankheit im Frühstadium zu erkennen. Hier sind nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch die Angehörigen gefragt. Die Angst, über Vergesslichkeit zu sprechen oder sie einer einsetzenden Demenz zuzuordnen ist groß. Wenn aber auch ein unberechenbares Verhalten hinzukommt, sollten die Alarmsignale erklingen und der Schritt zu einem Mediziner gemacht werden. Hier die richtigen und zugleich frühzeitigen Moment zu erwischen ist schwer, zumal bei belasteten Menschen eine solche Einschätzung auch einfach ein Fehlalarm sein kann.

Spätestens bei einer Häufung von Anzeichen sollte unbedingt medizinischer Rat eingeholt werden. Auch wenn die Scham oder die Angst auf Seiten der Angehörigen groß ist: Wenn die Anzeichen von Demenz nicht abgeklärt werden, kann die Demenz nicht behandelt werden. Es gibt zwar derzeit noch keine Heilung, aber mit den richtigen Medikamenten kann der Verlauf der Krankheit möglicherweise verzögert werden. Das schafft Lebensqualität – für Demente und Angehörige.

This entry was posted on Donnerstag, Juni 3rd, 2010 at 13:28 and is filed under Demenz medizinisch. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. Responses are currently closed, but you can trackback from your own site.

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